Vieles in Offendorf entstand und entsteht aus kreativen Ideen, der Lust, Unbekanntes auszuprobieren und so Offendorf jedes Jahr neu mit Leben zu füllen und zu einem einzigartigen Erlebnisfeld für alle Beteiligten zu machen.
Nicht umsonst lautet der Slogan: "Offendorf - Eine Welt zwei Wochen lang!"...
Diese Seite liefert einige Informationen zur Geschichte des Zeltlagers, aktuelle Presseartikel.
Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!
Eigene Bilder, Texte und Eindrücke sind natürlich herzlich willkommen!
Schickt diese einfach mit einem kurzen Begleittext an: offendorf@freun.de - die Texte bitte als PDF, Word-Dokument oder Plain Text, Bilder bitte als gif oder jpg.
40 Jahre Offendorf
Diese Ansprache wurde für die Feier des 40. Geburtstages des Zeltlager Offendorf verfasst.
Geschrieben wurde sie von Michael Peters und Karin Meier.
Offendorf - A never ending story?!
Jedes Jahr kommen mit Beginn der Osterferien bis zu den Herbstferien Kinder und Jugendliche auf diesen Zeltplatz in Schleswig-Holstein. Sie erleben das "Abenteuer Offendorf".
Zu den Aktivitäten auf dem Zeltplatz gehören Arbeitseinsätze, um Gelände und Platz instand zu halten, 14-tägige Sommerzeltlager, Kinderpfingsttreffen, Vorbereitungsseminare, Gruppenleiter/innen - Lehrgänge, Kinder aus Tschernobyl und Konfirmandenfreizeiten.
Das Alter der Teilnehmenden liegt zwischen 8 - 15 Jahre.
Die Zahl der Teilnehmenden liegt zwischen 10 und 200 Personen. Hinzu kommt die große Anzahl von Ehrenamtlichen, die pädagogische, hauswirtschaftliche, handwerkliche und Leitungsaufgaben übernehmen.
Daneben erscheint die Zahl der Hauptamtlichen relativ gering.
Die drei Sommerlager
und das Pfingsttreffen geben dem Zeltlager Offendorf Herz und Seele.
Zeltlagerleben in Offendorf heißt, miteinander Spaß haben, einander annehmen, aufbauen und mitgestalten.
Wir meinen, dass echte Begegnungen zwischen Menschen wichtige Haltepunkte im Leben sind.
Wir möchten im Zeltlager keine kleinen Egoisten erziehen, die nur lautstark sagen, was sie wollen und brauchen. Dieses
Wollen und Brauchen muß in der Gemeinschaft ausgehandelt werden und erhält dadurch seinen Sinn.
Christlicher Glaube
ist für uns eine bestimmte Sicht der Wirklichkeit, nämlich: sich selbst, die Welt und die Menschen mit Gottes Augen zu sehen und in seiner Liebe zu lieben.
Dann ist Zeltlager in der Nachfolge Jesu, der immer auf Seiten derer stand, die von anderen schlecht gesehen oder schlecht gemacht worden sind, erfahrbarer Ausdruck dafür, wie diese Sicht uns erfaßt und Niederschlag findet in der Art, wie wir alltäglich leben.
Nicht nur in den Gottesdiensten und Andachten soll heiliger Geist spürbar werden. Denn was wäre schon eine lebendige Gemeinschaft ohne guten Geist?
Diese Idee umzusetzen,
erfordert erheblichen Enthusiasmus und organisatorischen Aufwand. Sie nimmt Gestalt an in den praxisorientierten Schulungen der angehenden Mitarbeiter/innen, die oft schon Teilnehmende im Zeltlager gewesen sind und nun den einen Wunsch haben, selbst mitzuarbeiten.
In den Gruppen, in denen Kinder/Jugendliche und GruppenleiterInnen zusammenleben, spielen, reden, streiten... und manch eine/r mühsam lernen muss, dass man mit Worten und nicht mit Fäusten streiten kann, daß Konflikte zum Zusammenleben gehören und daß Kompromisse gefunden werden können, ohne das Gesicht zu verlieren.
In der Werkstatt, im Bastelschuppen, in Workshops kann mit Farben, Holz, Ton und so weiter experimentiert werden, nicht um es dabei zu hoher Kunstfertigkeit zu bringen, sondern um Selbstwertgefühl und Eigeninitiative zu entwickeln.
Zum körperlichen Wohlgefühl
gehört das gute Essen. Auch in diesem Bereich sind wieder Ehrenamtliche tätig, die hier berufliches Wissen mit Freizeitengagement verbinden. Das sind junge Leute, die hier ihre Neigungen und ihr Können entdecken und mit Spaß weiterentwickeln und Eltern, die bisher immer nur nebulöse, aber faszinierende Berichte von ihren Kindern bekommen haben und jetzt selbst mal "schmecken" wollen, was Zeltlager ist.
Natürlich braucht
diese Veranstaltung auch Mitarbeitende im Sanizelt.
Dann sind da die Leistungsteams, die versuchen das Ganze im Blick zu halten, stützen, fördern, beraten, aber auch eindeutige Grenzsetzungen vornehmen, um 200-300 kleinen und großen Menschen eine erfüllte Ferienzeit zu ermöglichen.
Überall treffen wir auf Menschen, die ihre persönliche Geschichte mit dem Zeltlager entwickelt haben. Viele sagen: "Zeltlager Offendorf ist ein Leben in einer anderen besonderen Welt."
Der Anspruch,
im Zeltlager Offendorf die kreativen Kräfte der Kinder und Jugendliche zu stärken, heißt Lernprozesse in Gang zu bringen und auszuhalten, daß immer wieder "Bewährtes" angegriffen und verändert wird.
Denn jede/r hat ihre/seine Sicht und ein ganz eigenes Verständnis von den Dingen.
Jede Auseinandersetzung bringt ein Stück voran, wenn du überlegst, wie du ausspricht, was du sagen willst, ohne zu demütigen.
Aus diesem Grund ist es den Leistungsteams ein besonderes Anliegen, daß die Mitarbeitenden spüren, daß ihre Arbeit geachtet und anerkannt wird, ohne daß Schwachpunkte verschwiegen werden.
Viele kommen deshalb viele Jahre "nicht wegen der Zelte, sondern wegen der Menschen."
Ein Rückblick in die Geschichte
1959 soll es gewesen sein ...!
Da suchten Hans Schink und Helmut Schröder in Schleswig Holstein einen Platz für eine kleine Freizeit und landeten in der Kneipe von Gerks in Offendorf. Der Wirt hatte eine Wiese und ein Herz für Jugendliche - und die Suche hatte ein Ende.
Klein zunächst,
mit Donnerbalken, mit Stacheldraht über den Platz zur verläßlichen Separierung von Damen und Herren, mit morgendlichem Gang zum See zwecks Körperpflege - und abenteuerlicher Küchensituation - so begann die Geschichte des Zeltlagers Offendorf.
Aus einer einmaligen Verabredung wurde Anfang der 60er Jahre eine mit Pachtvertrag besiegelte Partnerschaft.
Immer wieder breitete sich das Zeltlager auf dem Gelände aus und die Sommerferien wurden regelmäßig mit zunächst
zwei Lagern "gefüllt", wobei die Spitze wohl die Ankunft und Unterbringung von 600 jungen Menschen war.
In größtenteils ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen entstand ein mittlerweile nahezu komfortabel ausgestatteter Zeltplatz
mit festen Küchen- und Sanitärgebäuden, Werkstatt, Lehrgangsraum und Halle.
Der Donnerbalken wich dem Plumpsklo und dann der Kanalisation.
Der große Warmwasserkessel, mit der Möglichkeit des zweimaligen Haarewaschens mit warmem Wasser in 14 Tagen, wurde durch einen Erdgasanschluß und Durchlauferhitzer ersetzt und erlaubt so den Luxus selbstbestimmter Haar- und Körperpflege.
Das Zeltsammelsurium der frühen Jahre hat sich zu einer funktionalen und verläßlichen Zeltausrüstung mit Holzfußboden und einem durchaus spürbaren Zeltkomfort entwickelt.
Jede Neuerung oder Modernisierung läßt aber auch Stimmen laut werden, die meinen, daß es früher besser, weil abenteuerlicher gewesen sei ...
Seit dem Ende der 80er Jahre ist der Landesjugenddienst Eigentümer des Zeltplatzes. Die vorgenommenen Investitionen in Gebäude und Platz steigern das Vereinsvermögen und das Vergnügen von alljährlich 1000 jungen Menschen, die ihre Ferien auf diesem Platz verleben und für die das Zeltlager Offendorf zu einem oftmals prägenden Erlebnis wird.
Richtig wertvolles Kapital ist er für uns, der Zeltplatz in Offendorf.
Wir halten die Möglichkeiten, die er für das Leben miteinander bietet, für einen bereichernden, wichtigen, unverzichtbaren Beitrag in der Freizeitlandschaft der Ev. Jugend.
Schön, daß es ihn gibt
und - mögen noch lange Kinder und Jugendliche aus vielen Gemeinden ihn mit ihren Eigenarten, Liebenswürdigkeiten, Ideen und ihrem Lachen mit Leben erfüllen und so selbst erfahren, was es heißen kann, christliche Gemeinschaft zu leben und zu erleben.
Michael Peters, Karin Meier